Nach Rügen mit dem Motorsegler

 

Wie doch der Umgang mit dem "Kleinen UHU"-Modellsegler nachwirken kann. Als Zweitklässler habe ich das winzige Modellflugzeug gebaut. 43 Jahre später und mit ergrauten Haaren sitze ich regelmäßig im Motorsegler und genieße das Fliegen in der für mich entspanntesten Form.

Den spontanen Wunsch der Ehefrau, nach Rügen zu fahren konnte ich wandeln in die Nutzung des Vereins-Motorseglers. Dabei stand der Zeitgewinn dem Verzicht auf sonst übliches umfangreiches Gepäck gegenüber, aber es ging auch so. Die Wetterprognose war für einige Tage positiv, also ab die Post. Die Flugroute sollte wenigstens einige bekannte Orte schneiden, so flogen wir über Hameln, Schloß Schulenburg, Peine (eine Runde über dem Arbeitsplatz), über den Rand der Heide nach Mecklenburg-Vorpommern. Schwerin war von einem Ausflug bekannt, so sah die Ehefrau, das die Richtung stimmte. Wismar mit seinen Hafenanlagen war nicht zu übersehen und da wir einen ordentlichen Rückenwind hatten war keine Kaffeepause nötig, Rostock und Stralsund gegrüßt und ab auf die Insel. Dort den Flieger schön festtüddeln und Quartier machen. Mit dem Fahrrad, der Dampfeisenbahn (Rasender Roland) und der DB konnten wir Einiges von der am Boden riesigen Insel erkunden, aus der Luft war sie eigentlich noch gut überschaubar. Die Kreidefelsen wurden erwandert, der pilotierende Ingenieur versucht vergeblich die Kräfte abzuschätzen, welche den Meeresboden in der Eiszeit über 100 Meter aufgeworfen haben. Schlechte Wetterprognosen verkürzen den Aufenthalt um einen Tag, der Rückflug verläuft auf vertrautem Kurs fast Turbulenzfrei in knapp drei Stunden.

Fazit: Rügen ist eine Flugreise wert.

Wolfgang Zapf

 
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