| Texte (auszugsweise): © Fliegergruppe an der RWTH Aachen e.V., Grafiken: © Martin Zapf |
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Zur Standardinstrumentierung in einem Segelflugzeug gehören der Fahrtmesser, der Höhenmesser, der Kompaß, das Funkgerät und der Faden. Das Variometer unterstützt den Segelflieger bei der Suche nach Thermik, indem es die Steig- oder Sinkgeschwindigkeiten anzeigt. Die Auswahl an Variometern reicht von der mechanischen Version, über das elektrische Variometer mit Sollfahrtgeber und Endanflugrechner bis hin zum Variometersystem mit GPS -Kopplung, welches Dank Satellitennavigation ständig Informationen über die momentane Position, die nächsten erreichbaren Flugplätze oder den Kurs, die Entfernung und die benötigte Höhe für einen Endanflug zum programmierten Ziel liefert. Im Wettbewerbssegelflug gehört auch das GPS inzwischen schon zur Standardausrüstung. Weitere Instrumente, die jedoch nicht zur Standardinstrumentierung eines Segelflugzeugs gehören, sind u.a. der Wendekoordinator, der Transponder und der künstliche Horizont u.v.m.
Der Höhenmesser ist im Prinzip nichts anderes als ein empfindliches Barometer
zur Messung des Luftdrucks. Zur Anzeige der Höhe ist er in Fuß
oder Meter über Normalnull (QNH) oder über Flugplatzhöhe
(QFE) geeicht.
Funktionsweise:
Der Höhenmesser ist an den statischen Druck (Statikport) angeschlossen.
Der Luftdruck im Höhenmessergehäuse wird geringer, wenn das Luftfahrzeug
steigt, und größer, wenn das Luftfahrzeug sinkt. Wenn der Druck
beispielsweise abnimmt, dehnt sich ein hermetisch dichter Behälter
aus; nimmt der Druck zu, zieht er sich wieder zusammen. Diese Volumenänderung
wird über eine Mechanik auf die Anzeigenadel des Höhenmessers
übertragen, die sich - ähnlich wie das Zifferblatt einer Uhr
- auf einer in Fuß (oder Metern) geeichten Rundskala dreht.
Ablesen des Höhenmessers:
Viele Segelflugzeuge sind mit Zweizeiger-Höhenmessern (siehe Grafik) ausgestattet,
wobei die längere Nadel die Höhe in Einheiten von hundert und die kürzere
die Höhe in Einheiten von tausend Fuß anzeigt. Wenn beispielsweise wie hier die
lange Nadel auf 4 zeigt und die kurze genau zwischen den Ziffern 1 und 2 steht, fliegen
Sie in 1.400 Fuß (427 m) Höhe.
Einstellen des Höhenmessers:
Damit der Höhenmesser die richtige Höhe anzeigt, muß er auf den auf
Meereshöhe (QNH) oder Flugplatzhöhe (QFE) bezogenen barometrischen Luftdruck
eingestellt werden. Diese Einstellung erscheint in einem kleinen Fenster zwischen den Ziffern
7 und 8 auf der Skala. Vor dem Start muß der Pilot den Höhenmesser an einem
Drehknopf auf den aktuellen Luftdruck einstellen. Anschließend zeigt
der Höhenmesser bei richtiger Einstellung die Flugplatzhöhe (QNH),
bzw. Null (QFE) an.
Der Fahrtmesser ist ein Differenzdruckmeßgerät. Er mißt die
Differenz zwischen dem Druck der in das Staurohr eintretenden Luft und
dem statischen Druck der relativ unverwirbelten Luft, durch die sich das
Luftfahrzeug bewegt. Über eine Nadel wird anschließend die Druckdifferenz
als relative Geschwindigkeit zur Umgebungsluft angezeigt. Somit gehört
der Fahrtmesser zu den wichtigsten Instrumenten an Bord eines Luftfahrzeuges.
Funktionsweise:
Der Fahrtmesser ist das einzige Instrument, das sowohl an das Staurohr
als auch an das Statikdrucksystem angeschlossen ist. Die Luft im Fahrtmessergehäuse
stammt aus dem Statiksystem und liefert den Bezugsdruck für eine dehnbare
Membran. Die Luft, von der das Staurohr im Flug angeströmt wird, gelangt
ins Innere der Membran, die sich um so mehr ausdehnt, je größer
der Staudruck (also die Fahrt) wird. Die Volumenausdehnung der Membran
wird über eine Mechanik auf den Drehzeiger des Fahrtmessers übertragen,
der nun die Fluggeschwindigkeit des Luftfahrzeugs anzeigt.
Farbmarkierungen:
Die Farbmarkierungen kennzeichnen die Geschwindigkeitsbereiche des jeweiligen Segelflugzeuges.
Es bedeuten:
| Unterhalb Grün: | Nicht flugfähig, da die Mindestgeschwindigkeit unterschritten ist. Absturzgefahr. Durch Nachdrücken Geschwindigkeit aufholen. |
| Grün: | Sichere Geschwindigkeit, das Segelflugzeug ist auch bei Böigkeit ohne Beschränkung voll manövrierfähig. |
| Gelb: | Vorsicht! Nur Flug in ruhiger Luft erlaubt. Keine harten Steuerbewegungen und kein hartes Abfangen. |
| Rot: | Größte zulässige Höchstgeschwindigkeit bei ruhiger Luft. Sie darf auf keinen Fall überschritten werden! |
| Weiß | Zulässiger Geschwindigkeitsbereich für das Ausfahren der Bremsklappen. |
| Gelbes Dreieck: | Das gelbe Dreieck gibt die empfohlene Geschwindigkeit bei ruhiger Luft für den Landeanflug an. |
Alle Geschwindigkeitsbereiche sind von Flugzeugmuster zu Flugzeugmuster unterschiedlich.
Das Variometer zeigt die vertikale Steig- oder Sinkgeschwindigkeit (in m/s)
des Segelflugzeuges relativ zur Umgebungsluft an.
Funktionsweise:
Das Variometer ist an das Staurohr/Statikdrucksystem angeschlossen. Der
Druck im Instrumentengehäuse wird also geringer, wenn das Luftfahrzeug
steigt, und größer, wenn das Luftfahrzeug sinkt. Im Variometergehäuse
ändert eine hermetisch dichte Druckdose, ähnlich der im Höhenmesser,
ihr Volumen in Abhängigkeit vom statischen Druck. Diese Volumenänderung
wird auf eine Anzeigenadel übertragen, die sich auf einer Kreisskala
bewegt und anzeigt, mit welcher Geschwindigkeit das Luftfahrzeug steigt
oder sinkt. Möglich wird dies, weil die Druckdose eine exakt dimensionierte
Ausgleichsöffnung aufweist, über die die Luft zwischen Variometer
und Umgebung hin- und herströmen kann. Dadurch gleichen sich Innen-
und Außendruck langsam aus, und die Nadel zeigt schließlich
den Wert der aktuellen Steig- oder Sinkgeschwindigkeit an.
Je nach Bauform unterscheidet man z.B. zwischen Dosenvariometern, Stauscheibenvariometern
und Flüssigkeitsvariometern, die jeweils unterschiedliche Dämpfungseigenschaften
und Anzeigegeschwindigkeiten (Zeitkonstanten) haben.
Das elektrische Variometer hat die gleiche Funktion wie das normale Variometer,
hat jedoch darüber hinaus noch die Möglichkeit, dem Piloten die
für die momentane Situation (steigende oder sinkende Luftmasse) günstigste
Geschwindigkeit vorzuschlagen - dadurch kann die größtmögliche
Leistung erzielt werden.
Moderne elektrische Variometer messen den Ausgleichsluftstrom zwischen dem äußeren
statischen Druck und dem Ausgleichsgefäß mit Hilfe eines Hitzedrahtes.
Im Vergleich zu den mechanischen Variometern sind sie besonders reaktionsschnell
und bieten darüber hinaus die Möglichkeit, die angezeigten Steigwerte
auch akustisch auszugeben. Dadurch kann sich der Pilot beim Thermikfliegen
voll und ganz auf die Beobachtung des Luftraumes konzentrieren.
Einziger Nachteil: Es benötigt Strom, der beim Segelflugzeug ja nicht wie beim
Auto durch die Lichtmaschine erzeugt werden kann, sondern mittels eines Akkus mitgenommen
werden muß.
Das Funkgerät dient der Verständigung zwischen Segelflugzeug und
Bodenfunkstellen (z.B. Flugplatz, Startstelle, etc.) und zwischen Segelflugzeugen,
beispielsweise auf Überlandflügen. Insbesondere dient es zum
Einholen von Start-, Lande- und Wetterinformationen auf fremden Flugplätzen
und zur Verständigung zwischen alleinfliegenden Flugschülern
und dem Fluglehrer. Dies ist sehr wichtig, da Flugschüler ja sehr
wenig Flugerfahrung besitzen und der Fluglehrer so Anweisungen über
Funk erteilen kann. Weitere Anwendung findet das Funkgerät beispielsweise
bei Flugzeugschlepps, hier dient es der Verständigung zwischen Segelflugzeug
und Schleppflugzeug.
Um am Flugfunk teilnehmen zu dürfen, benötigt man ein spezielles Funksprechzeugnis
für den Flugfunk, das sogenannte BZF, das Bestandteil der Ausbildung
zum Segelflugzeugführer ist.
Der Wendekoordinator ist ein Kreiselinstrument und wird normalerweise elektrisch
angetrieben. Er besteht eigentlich aus zwei Instrumenten. Der Teil mit
dem Kreisel zeigt die Drehgeschwindigkeit des Luftfahrzeugs an, d.h. die
Geschwindigkeit, mit der das Luftfahrzeug seine Richtung ändert. Der
andere Teil, das sogenannte "Inklinometer" oder auch "Slip/Skid-Anzeiger",
ist ein Glasröhrchen mit einer Kugel, das als Neigungsmesser dient.
Hierdurch ist eine Beurteilung möglich, wie sauber eine Kurve geflogen
wird, d.h. wie gut der Kurvenflug "koordiniert" ist.
Der Wendekoordinator kommt im Segelflugzeug eigentlich nicht zum Einsatz (außer z.B.
beim Wolkenflug). Er ist hauptsächlich in modernen Leichtflugzeugen und
Motorseglern vorzufinden. Ältere Luftfahrzeuge sind häufig noch
mit einem ähnlichen Instrument ausgestattet, dem sogenannten "Wendezeiger".
Der Wendezeiger liefert dieselben Informationen wie der Wendekoordinator,
wenn auch in einer anderen Darstellungsform: Hier wird die Drehgeschwindigkeit
nicht über das Flugzeugsymbol, sondern in "Pinselbreiten" angezeigt.
Funktionsweise:
Das Kreiselsystem im Wendekoordinator ist normalerweise unter einem Winkel
von 30° eingebaut. Wenn das Luftfahrzeug eine Kurve fliegt, bewirken
die dabei auftretenden Kräfte, daß der Kreisel präzediert.
Je nach Kreiselpräzessionsrate neigt sich dabei das Flugzeugsymbol
des Wendekoordinators nach links oder rechts. Je schneller die Winkelgeschwindigkeit
ist, desto größer sind auch die Kreiselpräzession und die
Querneigung des Flugzeugsymbols.
Normalkurve:
Wenn eine Flügelspitze des Flugzeugsymbols auf einen der mit "L" und
"R" gekennzeichneten Striche zeigt, fliegt das Luftfahrzeug eine sogenannte
Normalkurve, bei dem die Winkelgeschwindigkeit ca. 3° pro Sekunde beträgt.
Für einen 360°-Vollkreis benötigt das Luftfahrzeug somit
genau zwei Minuten.
Die schwarze Kugel in der Libelle bleibt zwischen den beiden senkrechten Hilfslinien
stehen, wenn sich die im Kurvenflug auftretenden Luftkräfte gerade
ausgleichen und das Luftfahrzeug somit eine koordinierte Kurve fliegt.
Wenn die Kugel jedoch zur Kurveninnenseite rollt, fliegt das Luftfahrzeug
eine Rutschkurve; rollt sie zur Außenseite, fliegt das Luftfahrzeug
eine Schiebekurve.
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Ein einfaches aber feines Instrument zum sauberen Fliegen ist ein dünner Wollfaden, der auf der Cockpithaube im freien Luftstrom angebracht ist. Zeigt er in Richtung Rumpflängsachse nach hinten, so fliegt man sauber, d.h. geradeaus. Weicht er nach links oder rechts aus, wird das Flugzeug seitlich angeblasen und schiebt (z.B. beim Slip). Dies ist sehr wichtig zu wissen, da bei niedrigen Geschwindigkeiten das Flugzeug in eine Trudelbewegung übergehen kann, wenn es seitlich angeblasen wird. |
Eine neue Technik, die erst vor drei bis vier Jahren Einzug in den Segelflugsport
gehalten hat, ist das GPS (engl. global positioning system). Dieses vom
amerikanischen Militär betriebene System ermöglicht mit Hilfe
von Satellitennavigation eine Positionsbestimmung auf ca. 100 Meter genau.
GPS-Empfänger gibt es sowohl als Einbaugerät (siehe Grafik) als
auch als Handgeräte.
Moderne GPS-Geräte besitzen interne Datenbanken, in denen Flugplätze,
Luftraumstrukturen usw. verzeichnet sind und dienen damit als exzellente Navigationshilfe.
Mit Hilfe eines GPS-Empfängers lassen sich eine Vielzahl von Daten
einfach abrufen, beispielsweise die momentane Position, die nächsten
erreichbaren Flugplätze oder den Kurs, die Entfernung und die benötigte
Höhe für einen Endanflug zum programmierten Ziel. Aufgrund dieser
Vorteile entwickelt sich das GPS immer mehr zu einem Standardinstrument
bei Wettbewerben, aber auch bei einfachen Überlandflügen. Zudem
ist es mit sogenannten GPS-Loggern relativ einfach möglich, seinen
Flugweg, die Höhen und Geschwindigkeiten aufzuzeichnen und so seine
Flüge zu dokumentieren. Allerdings ist das GPS immer nur ein Zusatzinstrument
zur normalen Navigation mit Kompaß und Karte - bei letzteren gibt
es nämlich keine Batterien, die leer werden können.
Nähere Infos zum GPS-System gibt es direkt beim
Betreiber, oder bei
Garmin, einem Hersteller von GPS-Empfängern.
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